Bei den vielen großen Werken der Weltliteratur, die ich gerade lesen musste/durfte, kommt mir mal wieder in den Sinn, warum gerade diese Bücher/Stücke/Gedichte ausgerechnet so viel besser sein sollen, als das, was ich sonst so lese...
Eine Kommilitonin meinte neulich: "Bestseller können nie 'hohe Literatur' werden, bzw. sein." Warum eigentlich nicht? Nur weil die große Masse sie gut findet? Macht sie das schlechter? Und ist die Masse zu dumm um "hohe Literatur" gut zu befinden? Und wenn, warum macht sie das schlechter? Weil sie andere Themen behandeln? Weil sie nicht so schwer zu lesen sind, oder tiefgründiger sein sollen? Und sind sie das überhaupt?
Ui, zu viele Fragen!
Ich hatte mir jetzt mal zwei Tage frei genommen und das gelesen, wozu ich Lust hatte. Terry Goodkind "Wizard's First Rule". Unglaublich gutes Buch - finde ich. Habe ich zum ersten Mal 2003 gelesen und war damals schon völlig begeistert. Sind über 800 Seiten und ich wusste noch erstaunlich viel vom Inhalt, kein schlechtes Zeichen, wie ich finde. Gut, ich liebe Fantasy-Bücher allgemein, aber mal davon abgesehen, er schreibt wirklich gut!
Landschafts-, sowie Personenbeschreibungen sind sehr deutlich, nicht überladen, aber man hat alles vor Augen, so wie es oft leider nicht geht. Bereits auf der ersten Seite wird eine Spannung aufgebaut, die bis zur letzten Seite hin gehalten wird. Das heisst nicht, dass am Anfang nur ein einzelnes Rätsel steht, das bis zum Ende hingezogen wird, nein, es finden sich immer wieder Lösungen zur Spannung, parallel dazu gibt es aber mehrere andere Verläufe, die wieder zur Spannung hin führen. Auch dass an spannenden Stellen die Perspektive auf eine andere Hauptperson verschoben wird, hat mich zeitweise richtig fuchsig gemacht, weil ich dann erst abwarten musste, was nun weiter geschieht. Dennoch ist auch der andere Erzählstrang stark genug gewesen, dass man ihn nicht überblättern wollte. (Und das habe ich in einigen Büchern schon gemacht, ich gebe es zu!)
Unglaublich ist, dass die Geschichte, die hier angefangen wird, über diesen einen Band hinaus geht, ich habe noch 10 andere zu Hause stehen... Die Sword of Truth Novels. Hat sie - soweit ich mich erinnere - nie gezogen, ich habe sie immer verschlungen. Es geht um Machtpositionen, Kriege werden erklärt, Religionen erschaffen und verdammt, natürlich hat auch Liebe einen großen Platz, aber vor allem geht es um die Wahrheit, die hinter allem steht und das ist ein sehr cooles Konzept.
Etwas problematisch scheint die deutsche Übersetzung zu sein, da hat sich ein Freund von mir versucht, der fand das sehr doof. Aber das was sich als deutsch Muttersprachler auf Englisch ganz cool anhört (Seeker, Sword of Truth, Confessor), wird auf Deutsch dann irgendwie anders, bekommt einen seltsamen, ja irgendwie lächerlichen Klang. Denn ganz ehrlich, wer will denn schon vom Sucher lesen? Dem Schwert der Wahrheit, oder von der äh, ja, wie übersetzt man das am schlausten? Beichtvater steht im Wörterbuch... es handelt sich jedoch um eine Frau.... Da liegen dann doch wieder Welten dazwischen.
Im Moment kommt die erste Staffel der Verfilmung im Fernsehen... ja, wie das oft so ist, ist vieles ganz anders als im Buch und spätestens ab Staffel zwei zieht sich alles in die Länge, da das Quest, was im Buch verfolgt wird, in der Serie immer wieder für irgendwas anderes beiseite geschoben wird. Es ist ja nicht so, dass nicht genug Stoff zu Verfügung stehn würde.
Aber nochmal zurück zum Kanon: Also, warum kann ein Autor, der Fantasyliteratur schreibt und dies sogar sehr gut tut, ein gutes Konzept hat, das auch in die Tiefe geht, warum kann der nicht als wichtig genug angesehen werden? Mal abgesehen von Tolkien und Rowling, die beiden sind zwei der wenigen Autoren, die sogar an der Uni erwähnt werden. Ich finde der Bereich wird stark unterschätzt, wie auch die Kinderliteratur immer noch belächelt wird, doch denkt man nach, fällt auf, dass ohne Kinderliteratur wahrscheinlich kaum jemand lesen würde. Wie auch, wenn man keinen zugang dazu findet? Doch dazu vielleicht ein anderes Mal.
Mittwoch, 24. Februar 2010
Samstag, 20. Februar 2010
Lyrik
Bin bei der letzten Prüfung angelangt... Lyrik des Expressionismus. Habe einen neuen Lieblingslyriker: August Stramm...
Augen tauchen blaken sinken
Flüstern plätschert
Blüten gehren
Düfte spritzen
Schauer stürzen
Winde schnellen prellen schwellen
Tücher reißen
Fallen schrickt in tiefe Nacht.
Traum
Durch die Büsche winden SterneAugen tauchen blaken sinken
Flüstern plätschert
Blüten gehren
Düfte spritzen
Schauer stürzen
Winde schnellen prellen schwellen
Tücher reißen
Fallen schrickt in tiefe Nacht.
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Lyrik,
Traum
schtzngrmm
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t-t-t-t
t-t-t-t
grrrmmmmm
t-t-t-t
s-------c-------h
tzngrmm
tzngrmm
tzgrmm
grrmmmmm
schtzn
schtzn
t-t-t-t
t-t-t-t
schtzngrmm
schtzngrmm
tssssssssssssssssssss
grrt
grrrrrt
grrrrrrrrrt
scht
scht
t-t-t-t-t-t-t-t-t-t
scht
tzngrmm
tzngrmm
t-t-t-t-t-t.t-t-t-t
scht
scht
scht
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grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
t-tt
grrrmmmmm
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scht
scht
scht
scht
scht
grrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
t-tt
Dienstag, 2. Februar 2010
Heat and Dust
So, bin gerade fertig geworden mit Ruth Prawer Jhabvalas Roman "Heat and Dust".
Ist sehr gut geschrieben, zeigt die verschiedenen Eindrücke, die Indien in den Menschen hinterlassen kann. Die Geschichte selbst ist auch interessant genug, dass es ein kurzweiliges Lesevergnügen ist.
Insgesamt sind es zwei Geschichten, bzw. eine Geschichte, die sich fünfzig Jahre später wiederholt. Die Ich-Erzählerin berichtet zum einen ihre Erfahrungen in Indien und zum anderen die Geschichte der ersten Frau ihres Großvaters - Olivia. Die Orte sind die selben, nur vor und nach der Unabhängigkeit Indiens. Die Anziehungskraft, die das Indische Volk auf beide Frauen ausübt und eine ungeplante Schwangerschaft verbindet beide miteinander. Die Erzählerin will eigentlich nur mehr über Olivia herausfinden, folgt aber im Prinzig deren Weg.
Was ich recht spannend fand, waren die Ähnlichkeiten, die sich zu "A Passage to India" von E.M. Forster zeigen. Die Sichtweise ist eine andere, aber das Grundproblem der Freundschaft in Indien (zwischen Engländern und auch zwischen Engländern und Indern) wird sogar fast wortgleich wieder aufgenommen.
Also alles in allem ein Buch, was ich sehr empfehlen kann!
Ist sehr gut geschrieben, zeigt die verschiedenen Eindrücke, die Indien in den Menschen hinterlassen kann. Die Geschichte selbst ist auch interessant genug, dass es ein kurzweiliges Lesevergnügen ist.
Insgesamt sind es zwei Geschichten, bzw. eine Geschichte, die sich fünfzig Jahre später wiederholt. Die Ich-Erzählerin berichtet zum einen ihre Erfahrungen in Indien und zum anderen die Geschichte der ersten Frau ihres Großvaters - Olivia. Die Orte sind die selben, nur vor und nach der Unabhängigkeit Indiens. Die Anziehungskraft, die das Indische Volk auf beide Frauen ausübt und eine ungeplante Schwangerschaft verbindet beide miteinander. Die Erzählerin will eigentlich nur mehr über Olivia herausfinden, folgt aber im Prinzig deren Weg.
Was ich recht spannend fand, waren die Ähnlichkeiten, die sich zu "A Passage to India" von E.M. Forster zeigen. Die Sichtweise ist eine andere, aber das Grundproblem der Freundschaft in Indien (zwischen Engländern und auch zwischen Engländern und Indern) wird sogar fast wortgleich wieder aufgenommen.
Also alles in allem ein Buch, was ich sehr empfehlen kann!
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Ruth Prawer Jhabvala
Mittwoch, 27. Januar 2010
jaja, das Lesen
Also mal ganz ehrlich, es gibt zwischendurch Phasen, da hat man seinen Fernseher so viel lieber als ein Buch... Da hat man keinen Bock mehr noch irgendwas zu lesen und dann geht es auch wieder besser, so wie heute, da ging das ganz fix. Habe gerade "The Rez Sisters" gelesen und das ging zum einen superfix und war zum anderen auch Kurzweilig, ist ein Theaterstück, also wenig Schrift auf wenigen Seiten...
Ich habe keine Lust mehr auf Prüfungen, lesen sollte endlich mal wieder mehr Spaß machen, ich freue mich schon auf die Zeit, in der ich wieder das lesen kann, was ich möchte. Neulich habe ich mir "frei" genommen und mir ein Buch gekauft, eines das nichts mit der Uni zu tun hat. Das war ein wunderbares Gefühl, einfach mal so eben eines wegessen, das nichts mit meinen Prüfungen zu tun hat!
Großartiges Lesevergnügen übrigens: "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer. Ich habe ein bisschen mehr als eine Zugfahrt dafür gebraucht. Es geht um Emmi, die aus versehen versucht bei Leo ein Abonnement zu kündigen. So fangen die beiden an sich emails zu schreiben, es geht um einiges, vieles intimes, doch nie darum wer sie eigentlich sind.
Der Einstieg ist super lustig und das bleibt auch weiterhin so, man kann mit beiden mitfühlen, es ist hart sich so nah zu sein und doch so fern. Klingt doof, ist aber wunderbar beschrieben, wie die beiden sich brauchen und auch verlieben... Ha, aber der Knackpunkt dabei ist: Emmi ist verheiratet - glücklich verheiratet! Das hat man nicht erwartet, steht nix vom auf dem Umschlag und das lenkt die Geschichte in eine ganz andere Bahn. Interessanter würde ich sagen, es ist nicht so eine nullachtfünfzehn Liebesschnulze, bei der man schon nach drei Seiten weiß, wie es ausgeht. Und das Ende: Überraschung sage ich nur, sonst macht das Lesen hinterher keinen Spaß mehr.
Von mir gekauft, weil ich den Titel und das Cover gut fand (ja, ich bin ein Coverkäufer, ich geb's zu!) aber auf jeden Fall ein guter Fund! Also: lesen lesen lesen!
Ich habe keine Lust mehr auf Prüfungen, lesen sollte endlich mal wieder mehr Spaß machen, ich freue mich schon auf die Zeit, in der ich wieder das lesen kann, was ich möchte. Neulich habe ich mir "frei" genommen und mir ein Buch gekauft, eines das nichts mit der Uni zu tun hat. Das war ein wunderbares Gefühl, einfach mal so eben eines wegessen, das nichts mit meinen Prüfungen zu tun hat!
Großartiges Lesevergnügen übrigens: "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer. Ich habe ein bisschen mehr als eine Zugfahrt dafür gebraucht. Es geht um Emmi, die aus versehen versucht bei Leo ein Abonnement zu kündigen. So fangen die beiden an sich emails zu schreiben, es geht um einiges, vieles intimes, doch nie darum wer sie eigentlich sind.
Der Einstieg ist super lustig und das bleibt auch weiterhin so, man kann mit beiden mitfühlen, es ist hart sich so nah zu sein und doch so fern. Klingt doof, ist aber wunderbar beschrieben, wie die beiden sich brauchen und auch verlieben... Ha, aber der Knackpunkt dabei ist: Emmi ist verheiratet - glücklich verheiratet! Das hat man nicht erwartet, steht nix vom auf dem Umschlag und das lenkt die Geschichte in eine ganz andere Bahn. Interessanter würde ich sagen, es ist nicht so eine nullachtfünfzehn Liebesschnulze, bei der man schon nach drei Seiten weiß, wie es ausgeht. Und das Ende: Überraschung sage ich nur, sonst macht das Lesen hinterher keinen Spaß mehr.
Von mir gekauft, weil ich den Titel und das Cover gut fand (ja, ich bin ein Coverkäufer, ich geb's zu!) aber auf jeden Fall ein guter Fund! Also: lesen lesen lesen!
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Dienstag, 8. Dezember 2009
F.M. Klinger - Die Zwillinge
Personen: Guelfo und Ferdinando, die Zwillinge, Kamilla, Braut des Ferdinando, alter Guelfo, Vater, Amalia, Mutter, Grimaldi, Schwager im Geiste, Geliebter der verstorbenen Juliette.
Die Zwillingsbrüder sind von Grund auf verschieden, der ältere Ferdinando ist intelligent und mitfühlend, wohingegen sein Bruder Guelfo wild ist, stark und unberechenbar. Ferdinando bekommt als Erstgeborener Land, Titel und kann damit Kamilla als Braut gewinnen. Guelfo ist ein Ritter und starker Kämpfer, jedoch von seiner Familie, bzw. seinem Bruder finanziell abhängig, warum er nicht um Kamilla werben konnte, auch wenn er sie liebte. So hat Ferdinando alles und Guelfo - seiner Sichtweise nach - nichts. Seiner Meinung nach betrügen ihn seine Eltern um sein rechtmäßiges Erbe, er fühlt sich als Erstgeborener und wird durch seinen Schwager Grimaldi darin bestärkt.
Grimaldi ist seit dem Selbstmord seiner geliebten Juliette sehr melancholisch, sehnt sich nach dem Tod. In Guelfos Situation mit Kamilla findet er Ähnlichkeiten zu seiner eigenen Situation mit Juliette, auch er hatte ihr nichts zu bieten, erlangte sie nicht, da sich Ferdinando als Vertreter seines Vaters dagegen ausgesprochen hatte, und verlor sie an den Tod. Auch finden sich äußerliche Ähnlichkeiten zwischen Kamilla und Juliette.
Amalia versucht ihren wilden Sohn zu zähmen und das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater zu verbessern, es gelingt ihr jedoch nicht. In der Nacht vor der Hochzeit erweicht sie sein Herz, er teilt ihr jedoch mit, dass er das ihrige brechen werde. Am Hochzeitstag selbst, waren er und Ferdinando zu einem Ausritt verabredet, von dem nur Guelfo heim kehrt. Er erschlägt seinem Bruder unter dem Baum, unter dem Ferdinando seinen Geist auf der Hinfahrt hat stehen sehen. Dies ist nicht die einzige Vorausdeutung, auch Kamilla und Amalia sind beunruhigt und fühlen, dass etwas schlimmes geschehen wird, während die Zwillinge im Wald sind. Und auch der alte Guelfo ist unruhig.
Guelfo gesteht den Mord an seinem Bruder erst, als er die Leiche sieht. Er sagt, dass er fort gehen will, Amalia unterstützt dies, sie will nicht noch ihr letztes Kind verlieren, der sein Vater erschlägt ihn um der Familie die Schande einer öffentlichen Hinrichtung zu ersparen.
Die Zwillingsbrüder sind von Grund auf verschieden, der ältere Ferdinando ist intelligent und mitfühlend, wohingegen sein Bruder Guelfo wild ist, stark und unberechenbar. Ferdinando bekommt als Erstgeborener Land, Titel und kann damit Kamilla als Braut gewinnen. Guelfo ist ein Ritter und starker Kämpfer, jedoch von seiner Familie, bzw. seinem Bruder finanziell abhängig, warum er nicht um Kamilla werben konnte, auch wenn er sie liebte. So hat Ferdinando alles und Guelfo - seiner Sichtweise nach - nichts. Seiner Meinung nach betrügen ihn seine Eltern um sein rechtmäßiges Erbe, er fühlt sich als Erstgeborener und wird durch seinen Schwager Grimaldi darin bestärkt.
Grimaldi ist seit dem Selbstmord seiner geliebten Juliette sehr melancholisch, sehnt sich nach dem Tod. In Guelfos Situation mit Kamilla findet er Ähnlichkeiten zu seiner eigenen Situation mit Juliette, auch er hatte ihr nichts zu bieten, erlangte sie nicht, da sich Ferdinando als Vertreter seines Vaters dagegen ausgesprochen hatte, und verlor sie an den Tod. Auch finden sich äußerliche Ähnlichkeiten zwischen Kamilla und Juliette.
Amalia versucht ihren wilden Sohn zu zähmen und das Verhältnis zwischen ihm und seinem Vater zu verbessern, es gelingt ihr jedoch nicht. In der Nacht vor der Hochzeit erweicht sie sein Herz, er teilt ihr jedoch mit, dass er das ihrige brechen werde. Am Hochzeitstag selbst, waren er und Ferdinando zu einem Ausritt verabredet, von dem nur Guelfo heim kehrt. Er erschlägt seinem Bruder unter dem Baum, unter dem Ferdinando seinen Geist auf der Hinfahrt hat stehen sehen. Dies ist nicht die einzige Vorausdeutung, auch Kamilla und Amalia sind beunruhigt und fühlen, dass etwas schlimmes geschehen wird, während die Zwillinge im Wald sind. Und auch der alte Guelfo ist unruhig.
Guelfo gesteht den Mord an seinem Bruder erst, als er die Leiche sieht. Er sagt, dass er fort gehen will, Amalia unterstützt dies, sie will nicht noch ihr letztes Kind verlieren, der sein Vater erschlägt ihn um der Familie die Schande einer öffentlichen Hinrichtung zu ersparen.
Freitag, 4. Dezember 2009
Das Fräulein von Scuderi II
Sieht man sich den Text an, so fällt einem natürlich die Detektivgeschichte ins Auge. Unaufgeklärte Morde treten zu Tage, ein Mörder wird gesucht und - anhand von Beweisen und Aussagen - dingfest gemacht. Dass dies nicht der tatsächliche Mörder ist, kommt erst durch das Fräulein von Scuderi heraus, sie arbeitet mit ihrem Verstand und Herz, was es ihr ermöglicht, zu dem wahren Kern der Geschichte vorzudringen.
Die Figur des Fräuleins ist eine, die die Kunst und die Gesellschaft verbindet, sie schafft es, sich auf beiden Ebenen einzufinden, sich zu integrieren und wird daher auch sowohl vom König, als auch von dem mörderischen Goldschmied verehrt. Diese Gradwanderung verweist auf Hoffmann selbst, der auch zwischen seinen künstlerischen Tätigkeiten und seiner bürgerlichen Berufung stand und beides miteinander vereinbarte.
Weiter befindet sich in der Geschichte die Geisteskrankheit des Mörders: Er muss die Juwelen und Geschmeide, die er selbst gefertigt hat besitzen, der Grund dafür liegt in seiner Kindheit, der Zwang zum Stehlen wurde durch das Anfertigen der Kostbarkeiten nicht beseitigt. Hoffmanns ausführliche Lektüre vieler medizinischer Abhandlungen zum Thema Krankheit und Geisteskrankheit lässt sich hier erkennen. Dieses Thema findet sich in mehreren seiner Texte. Daher wurde er von seinen Zeitgenossen (z.B. Goethe) selbst als krank angesehen, man wollte ihn von dieser Art zu schreiben heilen - ohne Erfolg.
Die Figur des Fräuleins ist eine, die die Kunst und die Gesellschaft verbindet, sie schafft es, sich auf beiden Ebenen einzufinden, sich zu integrieren und wird daher auch sowohl vom König, als auch von dem mörderischen Goldschmied verehrt. Diese Gradwanderung verweist auf Hoffmann selbst, der auch zwischen seinen künstlerischen Tätigkeiten und seiner bürgerlichen Berufung stand und beides miteinander vereinbarte.
Weiter befindet sich in der Geschichte die Geisteskrankheit des Mörders: Er muss die Juwelen und Geschmeide, die er selbst gefertigt hat besitzen, der Grund dafür liegt in seiner Kindheit, der Zwang zum Stehlen wurde durch das Anfertigen der Kostbarkeiten nicht beseitigt. Hoffmanns ausführliche Lektüre vieler medizinischer Abhandlungen zum Thema Krankheit und Geisteskrankheit lässt sich hier erkennen. Dieses Thema findet sich in mehreren seiner Texte. Daher wurde er von seinen Zeitgenossen (z.B. Goethe) selbst als krank angesehen, man wollte ihn von dieser Art zu schreiben heilen - ohne Erfolg.
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